Tierwelt in Costa Rica
Die Fauna von Costa Rica ist dermaßen vielfältig, dass darüber viele wissenschaftliche Bücher zu finden sind. Wir stellen hier nur ausschnittsweise ein paar besonders interessante Tiere vor, ohne einen Anspruch auf Vollständigkeit zu stellen.
Der Trogon
Die Trogone (Trogonidae) sind Vögel der Klasse der Neukiefervögel mit 17 Arten. Die Vögel haben große Augen und kurze Flügel. Der Schwanz ist lang und von quadratischer Form, die Schwanzfedern bilden auf der Schwanzunterseite ein kennzeichnendes schwarz-weißes Muster. Sie haben kurze und schwache Beine und sind dadurch keine guten Läufer.
Sie sind in Costa Rica noch weit verbreitet, leben in den tropischen Waldgebieten in Höhenlagen und verbringen den größten Teil ihres Tages auf Bäumen. Einige Arten der Trogone sind durch die Zerstörung ihres Lebensraumes stark gefährdet, so unter anderem der in Costa Rica noch häufig vorkommende Quetzal (s.u.).
Trogone gehören zu den farbenprächtigsten Vögeln. Allerdings sind sie in den Bäumen nur schwer zu erkennen. Vor allem die Männchen zeigen sich in einem Prachtkleid, die Weibchen sind, obwohl auch sehr farbenprächtig, nicht ganz so grell.
Der Quetzal
Der Quetzal, mit wissenschaftlichem Namen „Pharomachrus mocinno“ ist ein mit kräftigen Rot und Grüntönen, sehr schön anzusehender Vogel. Die Federn werden bis zu stattlichen 80 Zentimetern lang. Sehr auffallend sind die nur sekundenlangen Balzflüge, die das Männchen während der Brutzeit ausführt. Aus hochgelegenen Bäumen steigen sie mit ihrem weithin hörbaren Lockruf auf, um dann im Sturzflug wie ein grüner Blitz wieder in den Baumkronen zu verschwinden.
Der Quetzal lebt heute nur noch in den Nebelwäldern Mittelamerikas, besonders in Costa Rica. Der Quetzal benötigt für sein Nest eine immerfeuchte Umgebung, die er in den Nebelwäldern von Costa Rica findet. Besonders die Höhenlagen am Aufstieg zum „Cerro de la muerte“ sind berühmt für das so selbstverständliche Auftreten des Quetzals. Mit San Gerardo de Dota als Zentrum ist dort der Nationalpark „El Quetzal“ entstanden. Mehr Informationen über Unternehmungen dorthin findet man unter „San Gerardo de Dota“.
Der rote Ara
Der Ara Macao, auch "Ara roja" genannt ist eines der Vorzeigetiere von Costa Rica.
Auf Deutsch wird er der Hellrote Ara oder auch Arakanga genannt. Es handelt sich dabei um eine Papageienart aus der Gattung der Eigentlichen Aras und ist einer der größten Papageien der Welt mit einer Länge von bis zu 85 cm.
Der „Ara roja“ ist ein sehr geselliger Vogel, der meist in Gruppen unterwegs ist- oft sind bis zu 20 Tiere gemeinsam zu beobachten. Nur während der Fortpflanzungszeit entfernen sie sich paarweise von der Gruppe. Die Tiere sind wie (fast) alle Papageien streng monogam, bis dass der Tod sie scheidet. Die Nistzeit ist während der Trockenperiode, die Nester werden in großer Höhe gebaut, oft werden nicht benutzte Nester oder Höhlen (z.B. von Spechten verlassene Baumhöhlen) genutzt. Das Weibchen legt nur 1- 3 Eier, die Brutzeit beträgt 4- 5 Wochen. Die Jungen verbleiben für 3- 4 Monate im Nest und werden liebevoll von ihren Eltern versorgt.
In Costa Rica gab es einmal ewig viele Aras rojas- mittlerweile ist die Spezie vom Aussterben bedroht und wird aktiv beschützt.
Die bei Sammlern sehr beliebte Art wird wild gejagt, die Abholzung der Wälder in den 60er Jahren hat ihren Teil dazu beigetragen. Die Art ist jetzt gesetzlich geschützt und es besteht Hoffnung auf ein Anwachsen der Bevölkerung; zumindest in Costa Rica.
Nationalvogel von Costa Rica
Die Gilbdrossel (Turdus grayi) ist ein Singvogel aus der Familie der Drosseln. Die Gilbdrossel ist der Nationalvogel von Costa Rica, wir nennen sie "Yigüirro".
Wie kommt es, dass ein doch eher unauffälliges Tier, eine "graue Drossel" zum Nationalvogel erklärt wird? Das Außenministerium erklärt dazu:
Aus mehreren Gründen wurde die Gilbdrossel zum Nationaltier ernannt: sie ist in ganz Costa Rica weit verbreitet und dank ihres Charakters sucht sie die Nähe der Menschen. Dadurch ist sie im Volk gut bekannt und findet in vielen überlieferten Sagen, Volksliedern und Kurzgeschichten Erwähnung. Außerdem hat der unverwechselbare Gesang der Männchen in der Brunftzeit viel zur Berühmtheit der Gattung beigetragen.
Der Kormoran
Der Kormoran (Phalacrocorax carbo) ist eine Vogelart, die in Europas auch sehr gut bekannt ist. In Deutschland wurde er sogar im jahre
2010 zum Vogel des Jahres erklärt. Er ernährt sich fast ausschließlich von Fisch. Kormorane sind zu allen Jahreszeiten gesellig, die Brutkolonien liegen an Flüssen oder Gewässern.
In Costa Rica findet man viele dieser Spezies z.B. im Naturschutzgebiet von Caño negro.
Der Helmbasilisk
Eine ganz besondere Art eines ungefährlichen Tieres ist das Helmbasilisk. Der Helmbasilisk, mit wissenschaflichem Namen "Basiliscus basiliscus" genannt ist eine leguanartige Echse, die bis zu 80 cm lang wird. Die Oberseite ist olivgrün bis braun und ist mit dunkelbraunen Querstreifen gemustert, der Bauch wirkt gelb. Den Namen trägt der Helmbasilik, da die Männchen einen knorpeligen Kamm am Hinterkopf haben, den sie als Drohgebärde aufbauschen können.
Die Affen in Costa Rica
In Costa Rica gibt es mittlerweile fünf (5) Gattungen von Affen, von denen allerdings nur vier stark verbreitet sind, so dass man sie auf einer Reise zu Gesicht bekommt.
Folgende Affen sind sehr verbreitet: der Weißschulterkapuzineraffe, der Mantelbrüllaffe, der Geoffroy Klammeraffe, auch Spinnen affe genannt und der mittelamerikanische Totenkopfaffe, der leider vom Aussterben bedroht ist.
Zum Weißschulterkapuziner (Cebus capucinus), der zur Spezies der Kapuzineraffen gehört. Sie erreichen eine Größe von knapp 50 cm, bei einem Gewicht von bis zu 4 kg. Die Männchen sind größer und stärker, als die Weibchen. Das Fell ist schwarz gefärbt, das Gesicht, die Kehle und die Brust mit Oberarmen sind weiß. Die Weißschulterkapuziner sind tagaktiv und bevorzugen die höheren Baumlagen, so dass man sie häufig in den Baumkronen der Regenwälder beobachten kann (z.B. im Tortuguero Nationalpark, im Tapanti Nationalpark etc.). Sie leben im Kleinherden von knapp 20 Tieren, sie zählen zu den intelligentesten Affen in Amerika. Sie benutzen sogar Werkzeuge und können mit ihren Händen sehr geschickt umgehen.
Der Mantelbrüllaffe (Alouatta palliata) ist die am häufigsten vertretene Affenart in Costa Rica, davon kann man sich bei jeder Urwaldtour überzeugen. Auch wenn man sie nicht sieht, ihr Ruf ist allgegenwärtig. Sie werden bis zu 70 cm groß und bis zu 10 kg schwer. Das Fell ist schwarz mit rotgoldenen Faern durchsetzt, die dem Affen seinen Namen gegeben haben. Sie tragen einen Bart. Sie sind tagaktiv und leben bevorzugt in Regen- und Neblwäldern bis auf 2000 m. Höhe.
Der Geoffroy-Klammeraffe (Ateles geoffroyi) ist eine Primatenart aus der Familie der Klammerschwanzaffen und steht auf der Liste der vom Aussterben bedrohten Tierarten. Sie haben einen schlanken Körper und werden bis zu 60 cm groß und 8 kg schwer. Sie haben eine rötliche bis braune Färbung mit extrem dunklen Händen und Füßen. Sie leben in den hohen Baumkronen in großen Gruppen mit bis zu 100 Tieren, der Schwanz ist als Greifschwanz ausgebildet.
Der Mittelamerikanische Totenkopfaffe (Saimiri oerstedii) ist relativ klein und sehr selten. Er wird nur ein knappes Kilogramm schwer und lebt in großen Herden. Sie bevorzugen die niederen Regenwälder, Galeriewälder entlang der Flussläufe und Mangroven. Sie ernähren sich am von Früchten und Insekten- mit der Jagd derselben verbringen sie ihren Lebensalltag.
Der Goldbaumsteiger
Der Goldbaumsteiger, mit biologischem Namen „Dendrobates auratus“ ist eine Pfeilgiftfroschart, die durch eine attraktive, metallisch grün glänzenden Oberfläche auffallen.
Die recht scheuen und seltenen Goldbaumsteiger kommen weltweit nur vom südlichen Nicaragua bis ins nördliche Kolumbien vor, in Costa Rica allerdings in ganz besonderen Formen. Auf der Pazifikseite wurden Tiere mit überwiegendem Schwarzanteil gesichtet, auf der Seite der Karibik mit viel Grün.
In der Natur sondern sie Gifte über ihre Haut ab. Durch das Verspeisen von giftigen Ameisen verwandeln sie das Gift dieser ein giftiges Sekret um, welches dann durch die Haut abgesondert wird.
Die olivgrüne Bastard- Meeresschildkröte
Die olivgrüne Bastard- Meeresschildkröte, mit lateinischem Namen Lepidochelys olivacea gehört zur Familie der Meeresschildkröten.
Die Schildkörte ist mit etwa 70 cm Körperlänge und max. 50 Kilo Lebendgewicht eine der kleinsten Meeresschildkröten. Der Panzers ist olivgrün gefärbt, der Bauch ist gelblich grün. Jungtiere sind auf der Oberseite dunkelgrau und auf der Unterseite beige.
Die olivfarbene Bastardschildkröte ähnelt in Aussehen und Verhalten der Atlantik-Bastardschildkröte und ist in Costa Rica besonders am Playa Ostional, und am Playa Nancite zu finden.
Die Meeresschildkröte ernährt sich von Seeschlangen, Krebsen, Kopffüßern, Quallen, Seeigeln und anderen Tieren. Bei der Nahrungssuche tauchen sie bis zu 150 m tief.
Aufgrund ihres Fleisches und ihrer Eier werden die olivgrüne Bastard- Meeresschildkröte wie alle anderen Meeresschildkröten intensiv gejagt und stehen in Costa Rica unter Artenschutz. In Playa Ostional ist ein Schutzgebiet eingerichtet, das aktiv von den Bewohnern von Ostional unterstützt wird. Als Besucher bezahlt man eine geringe Gebühr (etwa 10 $) für eine Führung bei Nacht. Die Einnahmen aus diesen Führungen, kommen dem Schutz der Schildkröten zu Gute.










